Veröffentlicht im Münstertäler Gemeindeblatt

Wussten Sie schon ?

„Wussten Sie schon, …?“   / 15.06.2018

 

...dass die Stadt Sulzburg ein eigenes hydrologisches Gutachten in Auftrag gegeben hat, um sich zu der Frage abzusichern, ob Windräder an den Standorten Sirnitz und Schnelling sowie Enggründlekopf und Riesterkopf die vorhandenen Quellwasservorkommen gefährden?  Die Stadt kam zum Ergebnis, dass die verbleibende Unsicherheit über das unterirdische Geflecht der Wasserläufe, der Fließrichtungen und Fließgeschwindigkeiten in den Einzugsbereichen zu groß sei, um den Bau von Windrädern zuzulassen und damit Qualität und Vorkommen des Wassers als unser kostbarstes und immer knapper werdendes Nahrungsgut  zu gefährden.  Insbesondere auch die ehemaligen Bergbaustollen mit teils unbekannten Gängen waren hier mit ein Grund. (Quelle: BZ v. 09.02.2018)

Zu den im Zusammenhang mit dem Bau und Betrieb von Windrädern bekannten Gefahren,  die zur Verschlechterung der Wasserqualität oder sogar zum Versiegen von Quellen führen können,  zählen insbesondere:

 

-        Der massive Eingriff in die Erd- und Gesteinsschichten durch Sprengungen des klüftigen Felsuntergrundes, mit tiefreichenden Betonpfählen und einem stahlarmierten Betonsockel von mind. 5000 t Gewicht, um die gigantischen Anlagen von über 230 m Höhe sturmsicher zu verankern. Die mechanische Beanspruchung des anstehenden Gesteins kann einen Kluftversatz auslösen und die unterirdischen Wege des Wassers, das in den Spalten und Klüften zirkuliert, völlig verändern. In der Folge können Quellen auch versiegen.
  

 

-        Das großflächige Abräumen der schützenden Bodendecke von  Bodenkrume und Grasnarbe entfernt auch den natürlichen Wasser- und Schadstofffilter.

 

-        Der Betonsockel der Windräder schafft an seinem Außenrand präferentielle Fließwege für Niederschlag und einsickerndes Wasser. Hygienisch oder mit Schadstoffen belastetes Wasser dringt so schneller und ungefiltert in den Untergrund.

 

-        Der für Schwersttransporte unabdingbare Eingriff in Hanglagen, um Zufahrten zu verbreitern, auszukoffern und zu asphaltieren, erhöht den Oberflächenabfluss und die Hangerosion und schafft zusätzliche mechanische Belastungen für den Untergrund.

 

-        Die permanenten Vibrationen, die durch den Betrieb  der Anlagen  auf den Untergrund wirken, können ebenfalls das geologische Gefüge über die Zeit verändern.
 

 

-        Die Kontamination des Erdreichs durch Unfälle mit auslaufenden  Schmierstoffen, Kühlmitteln  o.ä., die bei Anlagen dieser Größe in beträchtlichen Mengen vorhanden sind. Die  gleichen Risiken bestehen auch während der gesamten Bauphase durch Verunreinigung mit Diesel, hydraulischen Flüssigkeiten und Motorenöl.

 

Für die Entscheidung zum Breitnauer Kopf  in der letzten Gemeinderatsitzung wurden offenbar weder eigene Gutachten noch Fremdgutachten zur Absicherung herangezogen.

Wald und Wasser sind die wertvollsten Naturressourcen des Schwarzwaldes. Über Jahrhunderte haben sie den Menschen die Lebensgrundlagen bereitgestellt und sind auch heute noch unverzichtbar und existentiell für Natur und Mensch. Dass e
xponierteste und sensibelste Lagen der Windkraft geopfert werden, muss doch sehr zu denken geben.  

 

 

 

„Wussten Sie schon, …?“   / 08.06.2018

 

 

 

-        dass lt. Anlegerbeirat des Bundesverbands WindEnergie (BWE)  von 1.200 untersuchten Windparks bei 82 % die Erträge unter dem Prospektansatz liegen? Bei 37 % sind Darlehenstilgungen höher als die erwirtschafteten Mittel, dh. Tilgungen müssen über das Kapital finanziert werden, vom fehlenden Ansparen der künftigen Kosten aus Rückbauverpflichtungen ganz zu schweigen. Nur bei 35 % der Windparks ist die Ausschüttung höher als 2%. (Quelle: Sendung mex des HR vom 11.01.2017)

 

-        dass lt. einer Analyse der Steuerberatung Werner Daldorf in Kassel bei 2010 untersuchten Jahresabschlüssen (2000-2016) nur 12 % der Windparks die prospektierten Erträge erreichten?  Zu den Ursachen zählen vor allem: schlechte Windgutachten, fehlerhafte Windindices, zu geringe Sicherheitsabschläge von den Windprognosen, Unterschätzung der Anlagenstillstände und Reparaturen und planerischer „Optimismus“  der Initiatoren.

 

 

 

 

 

„Wussten Sie schon, …?“   / 25.05.2018

 

 

 

-        dass seit Inkrafttreten des Erneuerbaren Energien-Gesetzes im Jahr 2000 die EEG-Gesamtkosten bis 2017 auf 230 Mrd. €  angewachsen sind? Die Förderung zahlt der Bürger durch Zuschlag zum Strompreis. Von den 30 Mio. €, die allein in 2017 an Betreiber gezahlt wurden, entfallen auf die Förderung der Windkraft 11,2 Mrd. € und Solarenergie 10,3 Mrd. €. Davon wurden an Netzbetreiber und somit auch an die Verbraucher 26,6 Mrd. € weitergereicht, in 2018 voraussichtlich 27,7 Mrd.€ (Quelle: EEG in Zahlen des BMWE). Trotz eines fehlenden schlüssigen Energiekonzepts für die Zukunft wird unbeirrt weiter subventioniert!

 

-        dass sich der Strompreis für Privathaushalte von 2000 bis Mitte 2017 mit 30,4 Ct./KWh  mehr als verdoppelt hat (Verbraucherpreise +25 %) und im europäischen Vergleich zusammen mit Dänemark  die Spitzenposition einnimmt?  Im Vergleich dazu Niederlande 15,6 ct., Frankreich 16,9 ct., Großbritannien  17,7 ct., Italien  21,4 ct. und Spanien 23,0 ct. (Quelle: Statistisches Bundesamt). Auf Steuern und Abgaben entfallen  allein 55 %, davon  43 %  EEG-Umlage!  Inzwischen können über 300.000 Stromkunden diese Belastungen nicht mehr aufbringen, mit der Folge, dass ihnen der Strom abgestellt wird.

 

Ein durch EEG-Subventionen getriebener riesiger und langfristig angelegter Umverteilungsprozess zugunsten der mächtigen Ökostromlobby und zu Lasten der Verbraucher.

 

 

 

 

 

„Wussten Sie schon, …?“   / 18.05.2018

 

 

 

-        dass der für einen erfolgreichen weiteren Ausbau von Wind- und Sonnenstrom  zwangsläufige Speicherbedarf weniger die kurzfristigen Wetterschwankungen, sondern die jahreszeitlichen Übergänge zwischen windstarken Wintermonaten und sonnenstarken Sommermonaten  abdecken muss?  D.h.  Wochen müssen über riesige Stromspeicherkpazitäten bevorratet werden.  Nach Berechnungen von Prof. H. W. Sinn wären bei einer theoretisch angenommenen Vollversorgung aus Sonne- und Windstrom  Kapazitäten von 6,5 TWh notwendig, um  Strom über das Jahr gleichmäßig für den Verbrauch bereitzustellen.  Statt 35 Pumpspeicherwerke in Deutschland mit nur 0,038 TWh müssten über 6.000 (!)zur Verfügung stehen. Diese Kapazität  wäre lt. einer EU Estorage Studie aus 2015 topographisch bedingt noch nicht einmal in ganz Westeuropa mit max 2,618 TWh realisierbar!  Dieser gigantische Speicherbedarf kann  auch nicht durch Batteriespeicher in Haushalten abgedeckt werden.  Diese nicht einmal ansatzweise gelösten Probleme werden von Politikern und Investoren tunlichst verschwiegen. (Quelle: Berechnungen Prof. H.W. Sinn  /Vortrag an der MLU München am 18.12.2017).

 

-        Dass bei Umwandlung überschüssigen Stroms in Methan (Power-to-Gas)  und die anschließende Verwendung in Kraftwerken zur Stromproduktion physikalisch bedingte Umwandlungsverluste von ca 67% entstehen, also nur noch 1/3 der ursprünglichen Energie  verbleibt?  Damit ist auch dieser Weg der Zwischenspeicherung vollkommen unwirtschaftlich.

 

 

 

 

 

„Wussten Sie schon, …?“   / 11.05.2018

 

 

 

-        dass Wanderer am 25.04.2018 gegen 16 Uhr am Breitnauer Kopf das außergewöhnliche  Erlebnis hatten, eine Gruppe von bis zu 15 Rotmilanen beobachten zu dürfen? Dank guter Windverhältnisse an diesem Tag schienen die Greifvögel in ihrem Element zu sein, zumal auch die große Weidefläche zusätzlich Nahrung bot. Fotos mit dem Handy lassen das Erlebnis nur erahnen. Die Brutzeit dauert von April bis Mitte August. Der Rotmilan steht unter strengem Artenschutz, da er vom Aussterben bedroht ist. Lt. NABU brüten rund 60 % des Weltbestandes in Deutschland, schwerpunktmäßig in BW. Er gilt als windkraftempfindlich wegen des erhöhten Kollisionsrisikos mit Windradrotoren.

 

 

 

-                      dass zur Erhaltung geschützter Arten  immer wieder nachträglich zeitweilige Windparkstilllegungen erfolgen mit teils empfindlichen wirtschaftlichen Auswirkungen? Jüngstes Beispiel ist der in 2016 errichtete Windpark Hofbieber in Hessen, wo am 26.4.2018 auf Betreiben der oberen Naturschutzbehörde das Regierungspräsidium Kassel zum Schutz des Rotmilans und für die Dauer der Brutzeit den Tagbetrieb untersagen musste. Wegen  Fledermäusen war bereits zuvor bei Bedingungen von über 10° C und Windgeschwindigkeit unter 6m/s ein Nachtverbot bis 31.10. ausgesprochen.  Die Anlage aus drei Windrädern grenzt unweit an das Biosphärenreservat Rhön. Das Investitionsvolumen betrug 14,6 Mio.€ und sollte -  bei überschaubaren Risiken (!) - eine voraussichtliche Rendite von 4 % bis 11 %  erbringen. So kann man sich täuschen, wenn Anlagen über Monate nicht produzieren dürfen. Der Artenschutz wird damit zum Feind der Investoren.

 

 

 

Mit freundlicher Genehmigung ein Auszug aus den satirischen Versen ´Tacheles` von Erich Horn, Haigerloch:

„ Der Abstand von des Milans Sitz,
zum Windrad, ein perfider Witz,
Ein Kilometer muss er sein, zur Zeit,
doch er fliegt 235 mal so weit.

Der Milan hat vorab verloren
und wäre besser nicht geboren.
Das Ganze ist Zynismus pur,
von Artenschutz bleibt keine Spur.“

 

 

 

„Wussten Sie schon, …?“   / 04.05.2018

 

 

 

-        dass 2017 in Deutschland  654,2 TWh Strom erzeugt und damit 12,3 % mehr produziert wurde als benötigt?  Mit Ausbau des nicht steuerbaren Wind- und Sonnenstroms und mangels Speichermöglichkeit hat sich der Überschuss im Laufe der Jahre ständig erhöht. Mangels Speichertechnologie muss überflüssiger Strom entsorgt werden, was zur Zeit noch über den Export möglich ist, bei allerdings zunehmender Abwehrhaltung unserer Nachbarn.  Betrug der mit Importen saldierte Nettoexport in 2005 noch 8,5 TWh, so stieg er bis 2017 kontinuierlich auf  52,5 TWh. (Zahlen lt. statistischem Bundesamt).  Tendenz weiter steigend.

 

-        dass als Folge des überflüssigen Stroms auch die Tage mit zeitweilig negativen Strompreisen kontinuierlich zunehmen? Dh. Deutschland muss seinen ausländischen Abnehmern zum Strom noch Zuzahlungen leisten!
durchschnittlich € je MWh:
2014          13 Tage  / -15,55 €
2015          15 Tage /   -9,00 €
2016          19 Tage / -17,81 €
2017          24 Tage / -26,47 €
Quelle: Epex-Spot
Um gegenzusteuern, werden inzwischen Windräder bei nahezu voller Vergütung der entgangenen Erlöse abgeschaltet oder Wasserkraftwerke gedrosselt. Bei Windflaute und wenig Sonne indessen fahren die fossilen Kraftwerke unter Volllast.  So sieht unsere Energiewende aus!  

 

 

 

 

 

„Wussten Sie schon, …?“   / 27.04.2018

 

-        … dass bei einem Gondelbrand (Windradnabe/Turbine) durch Blitzschlag  am 12.4. 2018 in Frohburg die Feuerwehr technisch nicht in der Lage war, den Brandherd zu erreichen und die relativ kleine Anlage aus den neunziger Jahren kontrolliert abbrennen ließ, wobei Rotorblätter und andere Bauteile brennend in die Tiefe stürzten. Man stelle sich vor, dass inmitten eines Waldgebietes eine Gondel in Höhe von 160 m brennt und die Feuerwehr hilflos zusehen muss, möglicherweise noch in der Zeit einer langen Trockenperiode mit erhöhter Waldbrandgefahr.

 

-        …dass aufgrund begrenzter Abnahmebereitschaft unserer Nachbarn bei Überproduktion Windkraftanlagen abgeschaltet,  dem Betreiber jedoch der nicht gelieferte (!) Strom zu 95 % vergütet  wird? Ein weiterer Kostenfaktor der EEG-Umlage, die die Verbraucher mit aktuell 26 Mrd.€  bzw. mit fast 7 Cent pro kWh belastet ! Alternativ werden inzwischen sogar Wasserkraftwerke gedrosselt, wie in jüngster Zeit das Kraftwerk Rheinfelden.  Sieht so die Lösung für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energiequellen aus, für den landschaftlich und touristisch attraktive Höhenlagen des Schwarzwaldes geopfert werden sollen?

 

Zum Schluss ein kleiner lyrischer Beitrag eines BI-Mitglieds zum EnBW Projekt:

 

Da gibt’s doch die Staats-EnBW,
mit politischem Auftrag - oh je!
Die zerstört manchen Wald
es wird einem kalt…
Der Bürger bezahlt‘s: EEG!

 

Die vermeintlich so sichere Windkraft
Wirkt ja nur, solang‘ auch der Wind schafft.
Doch im Schwarzwald ist’s ziemlich mau,
weh’n die Lüfte hier nur ganz lau –
Hier fehlt einfach windiger Kraft-Saft!

 

Neue Forschung weiß: WINDKRAFT MACHT KRANK!
Deshalb sagen wir jetzt: Gott sei Dank!
Auch der schöne Milan
schließt dem Danke sich an,
dass der EnBW-Plan - plumps! -  versank.

 

 

 

 

 

Beitrag   / 20.04.2018

 

(1) Zu Ende der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 16.04.2017 gab Bürgermeister Ahlers den Inhalt einer Pressemitteilung der EnBW bekannt.  Danach fehlen für den Windkraftstandort 52 (Lattfelsen, Laitschenbach, Maistollen) die wirtschaftlichen Voraussetzungen, so dass das Projekt nicht weiter verfolgt wird. Die BI freut sich, dass in diesem Bereich wertvolle Natur und ´magische´ Landschaft bewahrt bleiben und nicht der Zerstörung ausgesetzt werden.
Die Messungen der EnBW verdeutlichen erneut, dass der Schwarzwald zur sinnvollen Energiegewinnung mit Windkraftanlagen aufgrund fehlenden Windes ungeeignet ist. Die weiteren Standorte im Münstertal sind nach wie vor noch in der Planung. Auch hier hoffen wir auf die Vernunft der Investoren, ihre Planungen im Schwachwindgebiet einzustellen und unsere Naturlandschaft zu schützen und zu wahren.

 

(2) Die BI Münstertal-Belchenland  weist darauf hin, dass
                                                       
                   am 27. April 2018 um 19.30 Uhr in Gresgen im kleinen Wiesental
                                     Herr Prof. Dr. Werner Roos (Titisee-Neustadt) 
          einen Vortrag  zum Thema:  Windkraft wenig Wirkung – starke Nebenwirkungen

halten wird, insbesondere zu den gesundheitsschädigenden  Wirkungen des nicht hörbaren  Infraschalls.  Herr Prof.  Roos  studierte Pharmazie, war wissenschaftlicher Mitarbeiter, Dozent, Professor für Pharmazeutische Biologie und langjähriger Direktor der Abteilung Pharmazeutische Biologie und Pharmakologie der Universität Halle. Er leitete zahlreiche Forschungsaktivitäten in der Zell- und Molekularbiologie von Arzneipflanzen und hat sich seit Jahren wissenschaftlich den Wirkungen des
Infraschalls auf den menschlichen Organismus  gewidmet.

 

Auf den tieffrequenten nicht hörbaren Infraschall  sind wir bereits im Mitteilungsblatt vom 23.03.2018 in einem kurzen Beitrag eingegangen.  Die gesundheitsschädigenden Wirkungen haben bisher in keinerlei Schutznorm wie der TA Lärm oder die DIN 45680 Berücksichtigung gefunden und werden von  Gesetzgeber und  Behörden politisch bedingt negiert,  obwohl sich inzwischen in zahlreichen  nationalen und internationalen  Studien die gesundheitlichen Bedenken verdichten.  Das Dt. Institut für medizinische Dokumentation und Information in Köln  (www.dimdi.de) hat inzwischen für Krankenkassen einen ICD-Code (ICD-10-GM2018 T75.2) vergeben, unter dem Gesundheitsschäden durch Infraschall  (Schwindel durch Infraschall als behandlungsbedürftige Krankheit) anerkannt werden.  Die neue 10 H-Abstandsrichtlinie, die in Bayern praktiziert wird (Entfernung von Windkraftanlagen zu Wohngebäuden: mindestens 10 x Höhe der WKA) ist u.a. auch auf das Schreiben des Ärzteforums  Emissionsschutz Bad Orb vom 02.02.2014 zurückzuführen. Weitere  Studienergebnisse hierzu sind in naher Zukunft zu erwarten,  wie  der dänischen Gesellschaft zur  Krebsbekämpfung, des Karlsruher Instituts für Technology (KIT) oder des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.

 

Auch sorgte eine Arbeitsgruppe Infraschall der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Universität Mainz beim Fachkongress  Anfang dieses Jahres  mit ihrem Forschungsergebnis über die Beeinträchtigung des Herzmuskels durch Infraschall für Aufsehen. Man sieht es als erwiesen an, dass Infraschall die vom isolierten Herzmuskel entwickelte Kraft vermindert, unter bestimmten Bedingungen bis zu 20 Prozent.

 

Anders als beim alltäglichen Infraschall durch unsere natürliche und technische  Umwelt,  wie z.B. durch Meeresbrandung, Windgeräusche, Verkehr und Haushaltstechnik,  sind es bei Windkraftanlagen vor allem die dauerhaften rhythmischen  Pulse von 0,5 bis 6 Hz, die bei sensiblen Menschen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus, chronische innere Unruhe, Konzentrations- und Schlafstörungen, Herz-/Kreislaufbeschwerden  u.a. führen können. Studien haben festgestellt, dass innerhalb der Bevölkerung etwa 10 bis 30 % der Menschen sensibel auf Infraschall reagieren. Damit wäre ein nicht geringer Teil der Bevölkerung durch gepulsten Infraschall in besonderem Maße  gefährdet.  Die zunehmende Anzahl von Klägern,  die in der Nähe von Windparks wohnen und unter entsprechenden Krankheitssymptomen leiden, belegen, dass hier ein erhebliches Konfliktpotenzial aufkommt. Auf Grundlage der gegenwärtig bekannten Windkraftplanungen im Münstertal dürfte wegen der sehr weitreichenden Infraschallwellen ein Großteil der Bevökerung potentiell betroffen sein. Wir  empfehlen daher dringend, sich den Vortrag von Prof. Roos anzuhören und an der anschließenden Diskussion teilzunehmen.

 

 

 

 

 

„Wussten Sie schon, …?“   / 13.04.2018

 

-        dass die Gemeinde Münstertal nach den Statistischen Berichten Baden-Württemberg mit 277.000 Übernachtungen im Jahr 2017 im landesweiten Ranking an 34. Stelle von etwa 470 Städten und Gemeinden liegt? Das Münstertal ist „Heilklimatischer Kurort“. Dies unterstreicht einmal mehr die touristische Bedeutung des Tales, was angesichts  der Windkraftplanungen einfach nicht ignoriert werden kann. Wie wirkt es auf Gäste und Touristen, wenn ringsum auf den Kammlagen monströse Windindustrieanlagen die Schwarzwaldlandschaft entstellen, wenn beliebte Wanderwege zu straßenähnlichen  Zufahrtsschneisen verbreitert und asphaltiert werden oder gar unpassierbar sind? Sich diesen Folgen zu verschließen ist einfach nur unverständlich. 

 

 

 

-        dass die Tourismusregion Staufen-Münstertal auf Grundlage von Gästebefragungen (2013) das Risiko des jährlichen Wertschöpfungsverlustes durch Windkraftausbau mit 1,3 Mio. Euro beziffert? Nach Erfahrungen aus anderen Mittelgebirgen, wo bereits Windräder stehen, könnte der Verlust noch deutlich höher ausfallen. Als Einnahmen aus der Verpachtung von Gemeindewald an die Windindustrie stehen nach unserem Wissen derzeit rund 12.000 Euro/Jahr für das Münstertal im Raum, bezogen auf die Windenergiezone am Nordkamm zwischen Hexenboden, Lattfelsen und Maistollen.  

 

 

 

-        dass der Schwarzwaldverein die Windkraftplanungen auf den Kammlagen nördlich und südlich des Münstertales sowie auf dem Hörnle strikt und fachlich wohl begründet abgelehnt hat?

 

 

 

-        dass die Flügelspannweite des größten Passagierflugzeugs der Welt, des Airbus A380, satte 80 m beträgt – der Durchmesser der im Münstertal geplanten Windrotoren fast das Doppelte, nämlich 140 m?

 

 

 

-        zwischen dem Tal bei St. Trudpert und den höchsten Berggipfeln des Nordkammes ein Höhenunterschied von etwa 300 m besteht – und die Windkraftanlagen auf den Gipfeln stolze 230 m hoch werden sollen?

 

 

 

 

 

„Wussten Sie schon, …?“   / 06.04.2018

 

-        dass bei den zwei Windkraftstandorten am Lattfelsen  ganze Bergkuppen abgetragen bzw. weggesprengt  werden müssen, um eine fußballfeldgroße Ebene für die Baustelle der EnBW zu schaffen?  Dies stellt einen ungeheuerlichen Eingriff in die Natur dar, wie es ihn noch nie auf Schwarzwaldbergen gegeben hat und der nie wieder rückgängig gemacht werden kann – und dies nur einen Steinwurf entfernt von unserem beliebten Höhenweg Staufen-Schauinsland. Felssprengungen im Grundgebirge gefährden die Kluftwasserquellen und erhöhen die Rutschgefährdung der labilen Steilhänge. Entwaldete Flächen mit fehlender Bodenkrume reagieren auf Starkregen und Schneeschmelze mit beschleunigter Abflussbildung – einem Hauptauslöser von Hochwasser und Murgängen.

 

 

 

-        dass sich nicht nur Staufen um seine Trinkwasserquellen auf der Breitnau sorgt, sondern auch landwirtschaftliche Höfe am Münstertäler Nordkamm die existentielle Angst umtreibt, dass die Quellen als ihre einzige Wasserversorgung durch die massiven Baueingriffe und den Betrieb von Windkraftanlagen (jede WKA enthält mehrere Tausend Liter wassergefährdender Stoffe) versiegen oder verunreinigt werden? Derartige Fälle haben sich bereits andernorts zugetragen.  Laut Aussage der Gemeinde gilt hier das Verursacherprinzip, was dann wohl erfahrungsgemäß zu einem langwierigen Rechtsstreit örtlicher Höhenlandwirte mit einem milliardenschweren Konzern führen dürfte, nicht aber zu einer schnellen Lösung für die Betroffenen. Sollen Hochweiden künftig mit Wassertanklastzügen angefahren werden, um das Vieh zu tränken? Was wird aus den Hofquellen und der Eigenversorgung aus bestem Schwarzwaldwasser? Dem Quellwasserschutz wird im Naturschutzrecht ein besonders hoher Stellenwert eingeräumt.

 

-        dass mit zunehmendem Rückbau alter Windkraftanlagen in Deutschland die Zahl der Rechtsstreitigkeiten wegen unzureichender Beseitigung der Fundamente ansteigen?  In  Pachtverträgen mit den Betreibern wird der Rückbau der Fundamente vor allem aus Kostengründen häufig auf 2,0 m begrenzt.  Diese vertragliche Regelung verstößt gegen die Bestimmung des § 35 Abs.5 Satz 2 BauGB, die eine restlose Beseitigung der Bodenversiegelung verlangt. Hier wird geltendes Recht ignoriert. Bezogen auf die Situation im Münstertal dürften Zugeständnisse eine erneute Bewaldung von Kammlagen nahezu unmöglich machen.
Völlig ungeklärt ist bis heute die Entsorgung von Windkraftanlagen – jede WKA bedeutet mehrere Tausend Tonnen Stahlbeton, Glas- und Kohlefasern, Verbundstoffe. Remondis sieht schon heute einen gigantischen Berg an nicht recyclebarem Sondermüll aus WKA auf Deutschland zukommen.

 

 

 

 

 

„Wussten Sie schon, …?“   / 23.03.2018

 

-        dass der Teilflächennutzungsplan Windkraft der Verwaltungsgemeinschaft Ehrenstetten – Bollschweil trotz erheblicher sachlicher und verfahrensmäßiger Einwände betroffener Kreise am 19.12.2917 vom Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald genehmigt wurde (Bekanntmachung am 28.02.2018 im Gemeindeblatt Ehrenkirchen)? Der Teilflächennutzungsplan überplant die Gipfelbereiche zwischen Rödelsburg, Hexenboden und Maistollen auf Gemarkung Ehrenkirchen mit Konzentrationszonen für Windkraft auf einer Gesamtfläche von  rund 160 ha. Das Münstertal hat keine eigene Flächennutzungsplanung erstellt, überlässt aber über einen Poolingvertrag Waldflächen auf Münstertäler Seite für die Ausweisung von Konzentrationszonen über dem Prälatenwald. Für Einwendungen gegen die Genehmigung des Teilflächennutzungsplans im Fall der Verletzung von Rechtsvorschriften oder eines Mangels im Abwägungsvorgang gilt eine Frist von einem Jahr ab Bekanntmachung (Einsichtnahme in die Pläne: im Rathaus Ehrenkirchen und/oder im Landratsamt). 

 

-        dass der nicht hörbare Schall/Infraschall (unter 20 Hz) von Windkraftanlagen nachweislich Auswirkungen auf Gefäße und die Leistungsfähigkeit des Herzmuskels hat? Dies bestätigten kürzlich Forschungen an der Universitätsklinik Mainz. Der lautlose Lärm wirke wie ein „Störsender fürs Herz“ und könne die Kraftentwicklung des Herzmuskels um 20% mindern. In der Nähe von Windkraftanlagen werden weltweit immer häufiger Klagen von Anwohnern über gesundheitliche Beeinträchtigungen lauter (Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Angstgefühle und Nervosität, Herz-/Kreislaufprobleme, Schwindelattacken, Kopfschmerzen, Tinnitus u.a.m.). Die Schalldruckwellen des Infraschalls breiten sich über Kilometer aus und sind nicht dämpfbar – dazu bräuchte es schon 30 m hohe und 8 m starke Wände! Die Belastung steigt mit der Höhe der Windkraftanlagen.

 

-        dass zuletzt am 8. März 2018 zwei Rotoren einer neuen 200 m hohen Windkraftanlage von Enercon in Borchen bei Paderborn völlig zerfetzt wurden und die Glasfaserteile im Umkreis von 800 m niedergingen und den Boden kontaminierten? Dies war der dritte schwere Windkraftunfall allein im Kreis Paderborn innerhalb von 2 Jahren.

 

 

 

 

 

„Wussten Sie schon, …?“   / 16.03.2018

 

-        dass laut Windenergieerlass Baden-Württemberg (Tz. 5.6.3.3) im Winter wegen Eisabwurfgefahr im Umfeld von Windkraftanlagen ein Sicherheitsabstand zur Anlage von 1,5 x (Nabenhöhe + Rotordurchmesser) einzuhalten ist? Für eine moderne Schwachwindanlage im Mittelgebirge sind eine Nabenhöhe von ca. 160 m und ein Rotordurchmesser von ca. 140 m anzunehmen. Damit müsste ein Umfeld von ca. 450 m rund um die Windkraftanlage frei gehalten bzw. gesperrt werden. Dies dürfte manchen Wander- und Forstweg wie auch Skiloipen auf den Höhen unbegehbar machen. Was bedeutet dies für den Fernskiwanderweg und den Westweg am Hörnle und die Höhenwege über die Breitnau und zwischen Schauinsland, Prälatenwald und Staufen?

 

 

 

-        dass das Land Nordrhein-Westfalen laut Koalitionsvertrag von CDU und FDP 2017 beschlossen hat, die Vorsorgeabstände von Windkraftanlagen  zu Wohngebieten auf 1500 m zu erhöhen  (in Bayern gilt die 10-fache WKA-Höhe als Vorsorgeabstand, entspricht ca. 2000 bis 2400 m) und die Errichtung in Waldgebieten (Wald ist ein exzellenter CO2-Speicher!) generell zu untersagen? Voraussichtlich Anfang 2018 wird hieraus Gesetzeskraft. Währenddessen genehmigt Baden-Württemberg Anlagen, die bis auf unter 400 m an Wohnhäuser heranrücken, gibt die Wälder frei zur Windkraftindustrialisierung und hebt Schutzgebiete exklusiv für die Profiteure des Windbusiness auf – wie zuletzt am Schauinsland.

 

 

 

-        dass nach dem Bau der  Windkraftanlagen in Schutterwald inzwischen 17 Familien Klage gegen das Land Baden-Württemberg  wegen gesundheitlicher Schäden infolge der Lärmbelastungen erhoben haben? Die Entfernung der Anwohner zu den Anlagen beträgt dabei etwa 1500-1600m?